HeizölNews – Futures-Services

  • Mehr US-Öl als erwartet

    Der starke Einbruch der Nachfrage auf Grund der Corona-Krise hat in den letzten Monaten zu einem massiven Überangebot an Rohöl und Ölprodukten geführt. Dies war auch ein maßgeblicher Grund für den großen Preisschock von April. Denn wo keine Käufer sind, ist auch kein Geschäft zu machen. Umso genauer beobachten die Marktteilnehmer alle Nachrichten zu Bestandsauf- oder Abbauten. Die gestern veröffentlichten Daten aus den USA sorgten allerdings für einen Stimmungsdämpfer an den Börsen.

     

    US-Ölbestände unerwartet gestiegen

    Am gestrigen Mittwoch Abend (wegen des Memorial Days in den USA am Montag mit einem Tag Verspätung) veröffentlichte das American Petroleum Institute (API) seine Daten zu den US-Ölbeständen. Gerechnet hatten Experten im Vorfeld mit einem leichten Rückgang bei Rohöl und Benzin, der eine steigende Nachfrage angezeigt hätte. Doch das Zahlenwerk sprach eine andere Sprache.

     

    Mit Aufbauten bei Rohöl von stattlichen 8,7 Millionen Barrel (á 159 Liter) wurde Hoffnung auf einen Abbau des Überangebotes klar enttäuscht. Auch die gestiegenen Benzinvorräte (+1,1 Millionen Barrel) kommen überraschend, hatte man doch gedacht, dass mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen auch der Verkehr wieder in Fahrt kommt. Dementsprechend rutschten die Preise an den Ölbörsen gestern Abend etwas ab und der Aufwärtstrend der letzten Tage ist möglicherweise gebrochen.

     

    Das API meldet einmal wöchentlich die Bestände an Rohöl, Benzin und Destillaten in den USA. In den letzten Wochen waren diese noch stärker als sonst in den Fokus gerückt. Auch in Vor-Corona-Zeiten waren die Bestandsdaten immer ein wichtiger Indikator an den Ölbörsen, denn sie geben Hinweise auf die Versorgungslage. Steigende Bestände deuten auf mögliche Überversorgung hin und senken damit die Preise, während sinkende Bestände den gegenteiligen Effekt haben.

     

    Heute Abend veröffentlicht auch das US-Energieministerium detaillierte Zahlen zu den Ölbeständen des Landes. Diese folgen immer einen Tag nach dem API und sind oft etwas aussagekräftiger, da sie mehr Faktoren berücksichtigen. So bezieht das Energieministerium auch die Importe und Exporte mit ein. Sollte aber der große Aufbau bestätigt werden, so dürften die Preise wieder klar unter Druck kommen.

     

    Ausblick

    Mit den gesunkenen Rohölpreisen ist auch Heizöl im Inland wieder etwas günstiger zu haben. Für 100 Liter ist mit Abschlägen zwischen -0,95 bis -1,15 Euro im Vergleich zu gestern morgen zu rechnen.

     

  • Heizölpreise im Vergleich

    Nach dem großen coronabedingten Ölpreisschock, der auch die Heizölpreise ordentlich hatte purzeln lassen, ist der wochenlange Abwärtstrend nun erst einmal vorbei. Die Corona-Krise ist zwar noch nicht ausgestanden, doch in vielen Ländern werden die Shutdowns immer mehr gelockert und die Weltwirtschaft nimmt langsam wieder Fahrt auf. In der Folge steigen die Rohölpreise und auch Heizöl bleibt zwar günstig, stabilisiert sich inzwischen aber wieder.

     

    Abwärtstrend hat sich umgekehrt

    Der dauerhafte Abwärtstrend, der bis Ende April anhielt, hat sich inzwischen umgekehrt. Wie die kurzfristige Heizölpreisentwicklung zeigt, hat inzwischen offenbar eine Konsolidierungsphase eingesetzt. Bei den Rohölpreisen setzte die Trendwende zum gleichen Zeitpunkt ein, denn im Mai begannen die Kürzungen der OPEC+ Gruppe, die weltweit sehr schnell Wirkung zeigten und die Preise wieder etwas nach oben trieben.

     

     

     

    Inzwischen zeigt der Trend langsam wieder nach oben und so lag der Durchschnittspreis in Deutschland zuletzt bei 40,15 Euro und somit wieder fast fünf Euro über dem Tiefstpreis von 35,39 Euro am 28. April. Die Trendboxen zeigen diese Entwicklung ebenfalls auf, denn im Vergleich zur Vorwoche ist keine Veränderung bei den Heizölpreisen zu sehen. Im Vergleich zum Vormonat sind sie aber um 6,2 Prozent gestiegen.

     

    Im Jahresvergleich unschlagbar günstig 

    Im langfristigen Vergleich wird aber auch klar, dass die Heizölpreise immer noch unterdurchschnittlich günstig sind.  In den beiden Vorjahren kosteten 100 Liter Heizöl den Verbraucher im Durchschnitt fast 30 Euro mehr als jetzt.

     

    Wer also bisher noch nicht zugeschlagen hat und gerne antizyklisch kaufen möchte, macht im Vergleich zu den Vorjahren durchaus ein gutes Geschäft. Die Prognosen für die nächsten Wochen und Monate zeigen, dass die Ölpreise sich weiter erholen dürften, sollte es nicht zu neuen Ansteckungswellen und damit verbundenen neuen Shutdowns kommen. Wie günstig Heizöl im Winter dann noch zu haben ist, wird sich zeigen.

  • Die Spritpreise ziehen erneut an – Tanken dennoch deutlich billiger als vor der Coronakrise

    München (ots) – Die Zeit sinkender Kraftstoffpreise scheint vorbei. Laut aktueller Auswertung des ADAC müssen Autofahrer für einen Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,196 Euro bezahlen, das sind 1,9 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich um 1,1 Cent auf durchschnittlich 1,063 Euro je Liter. Das ist bereits der dritte Wochenanstieg in Folge. Im Vergleich zu den Preisen vor der Coronakrise ist Tanken im Bundesschnitt dennoch rund 10 Cent je Liter billiger.

     

    Die in den vergangenen Monaten stark eingebrochenen Rohölkurse haben sich mittlerweile stabilisiert – wenn auch deutlich unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell rund 35 Dollar, das ist rund ein Dollar mehr als in der Vorwoche. Ende April lagen die Notierungen zeitweise unter 20 Dollar je Barrel.

     

    Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

     

    Pressekontakt:

    ADAC Kommunikation
    T +49 89 76 76 54 95
    aktuell@adac.de

    Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell

    Quelle:  www.presseportal.de

  • OPEC in der Verantwortung

    Nach dem massiven Ölpreisverfall der letzten Monate hat inzwischen die Erholung eingesetzt. Die Nachfrage nach Öl steigt mit den Lockerungen der Shutdowns und auch die Kürzungen der OPEC und ihrer Partner greifen besser, als es manch ein Marktexperte erwartet hätte. Die Frage ist nun, wie lange und in welchem Umfang die Kürzungen weiter gehen sollen.

     

    Historische Kürzungen seit Mai

    Der Deal, auf den sich die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Partnerstaaten an Ostern einigen konnten, sieht vor, dass ab Mai insgesamt 9,7 Millionen Barrel Öl vom Markt genommen werden sollen. Eine Kürzung in diesem Umfang hatte es zuvor noch nie gegeben. Die beteiligten Nationen schienen sich dem Ernst der Lage sehr bewusst, denn die beschlossenen Quoten wurden sofort umgesetzt und teilweise sogar noch unterschritten, um das Überangebot aufzufangen.

     

    Überraschend hielt sich auch der wichtige Partner Russland sehr strikt an die Vereinbarung, was in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen war. Moskau war in den letzten Jahren bei der Umsetzung von Förderbeschränkungen immer nur sehr zögerlich vorgegangen. An Russlands Weigerung war auch das letzte Abkommen im März gescheitert.

     

    Wie soll es weiter gehen?

    Die Frage ist nun, was in den nächsten Monaten passieren soll. Offiziell gelten die 9,7 Millionen Barrel bis Ende Juni. Ab Juli bis Ende des Jahres hat man sich auf 7,7 Millionen Barrel Kürzung verständigt. Doch schon jetzt gibt es zahlreiche Verfechter für eine Verlängerung der höheren Quote über den Juni hinaus.

     

    Am 9. und 10. Juni wird sich die OPEC per Videokonferenz erneut beraten, ob die im April beschlossene Strategie beibehalten werden soll, oder ob sie angepasst wird. Schon jetzt haben erste Sondierungsgespräche begonnen und es zeichnet sich ab, dass Russland gegen eine Beibehaltung der höheren Quote ist.

     

    Zwar könne man sich vorstellen, bis September an den aktuellen Kürzungen festzuhalten, doch müsse es dann neue Gespräche geben, hieß es aus gut informierten Kreisen im Kreml. Eigentlich trifft sich die OPEC nur zweimal im Jahr, zum Jahresende und in der Jahresmitte. Doch die Umstände könnten weitere Treffen außer der Reihe notwendig machen.

     

    Wichtige OPEC Entscheidung 

    Die Ölpreise haben sich mit den Kürzungen in den letzten Wochen deutlich stabilisiert. Dies ist auch den beteiligten Staaten nicht entgangen. Doch das Gleichgewicht ist und bleibt fragil. Ein zu frühes Nachlassen der Kürzungen könnte sehr schnell wieder zu einem Absturz der Ölpreise führen. Die Marktteilnehmer werden also in den nächsten Tagen genau beobachten, welche Entscheidungen die OPEC und ihre Partner treffen werden.

     

    Bildnachweis: picture alliance/Alexey Vitvitsky/Sputnik/dpa
    Bildlizenz: Futures-Services GmbH / dpa Picture-Alliance GmbH

     

     

  • Menschen im ländlichen Raum droht Diskriminierung

    Klimaschutz im Gebäudebereich: Studie im Auftrag des BMU

    Hamburg (ots) – Eine heute vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums befasst sich mit der Konjunktur- und Klimapolitik in und nach der Corona-Krise. Die darin zum Gebäudebereich enthaltenen Vorschläge würden den im vergangenen Herbst vom Klimakabinett beschlossenen Kompromiss aufkündigen. „Die Studie ‚Sozial-ökologisch ausgerichtete Konjunkturpolitik in und nach der Corona-Krise‘ enthält Empfehlungen, die nicht nur den Ansatz der Technologieoffenheit metertief begraben sollen, sondern vor allem auch realitätsfremd sind und ungerecht wären“, kritisiert Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). „Während sich viele Menschen aktuell Sorgen um ihre berufliche und finanzielle Zukunft machen, werden in diesem Papier Forderungen erhoben, die Millionen Hauseigentümer im ländlichen Raum diskriminieren würden.“

     

    Die Studie schlägt unter anderem vor, den bisherigen Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz zu verschärfen und fordert einen Ausstiegspfad für Ölheizungen. „So werden viele Menschen weiter verunsichert. Statt Ausstiegspfade benötigen wir vielmehr Einstiegspfade für die Verwendung CO2-reduzierter Brennstoffe. So könnten auch heute ölbeheizte Gebäude die Klimaziele schrittweise erreichen – und dies oftmals zu geringeren Kosten“, erklärt Willig. Denn keineswegs jedes Gebäude lasse sich ohne weiteres sofort auf eine rein erneuerbare Wärmeversorgung umstellen.

     

    „Geht es nach der BMU-Studie sollen jedoch selbst Eigentümer, die erneuerbare Energien in eine Öl-Hybridheizung einkoppeln wollen, bei der Fördermittelvergabe künftig leer ausgehen“, berichtet Willig. „Dass der Einbau einer Solarthermie-Anlage nicht mehr, wie derzeit, gefördert werden soll, ist völlig unverständlich. Wichtig ist die konkrete Treibhausgaseinsparung. Wer offenbar meint, zwischen ‚guter‘ und ’schlechter‘ CO2-Reduktion unterscheiden zu müssen, handelt ideologisch, und nicht im Sinne einer nachhaltigen Klimaschutzpolitik.“ Es bestehe die Gefahr, dass Hauseigentümer angesichts solcher Vorschläge eher in Attentismus verharren, als in eine energetische Modernisierung zu investieren.

     

    „Der vom Klimakabinett ausgehandelte Kompromiss und die gerade erst zu Jahresbeginn gestarteten Förderprogramme sollten erst einmal ihre Wirkung entfalten können“, betont Willig. „Die Politik wäre gut beraten, den Menschen beim Klimaschutz im Gebäudesektor zudem vielfältige Erfüllungsoptionen zu ermöglichen. Dazu sollten auch die Kombination von Öl-Brennwertheizungen mit zusätzlichen erneuerbaren Energien in Form eines Hybridsystems sowie der Einsatz CO2-reduzierten Heizöls gehören.“

     

    Pressekontakt:

    Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)
    Rainer Diederichs (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
    Süderstraße 73 a, 20097 Hamburg
    Tel +49 40 235113-884
    Fax +49 40 235113-29
    presse@iwo.dewww.zukunftsheizen.de/presse

    Quelle: www.presseportal.de

  • Schieferöl in Schieflage

    Die in den letzten Jahren so florierende US-Schieferölindustrie ist besonders starkt betroffen von den Auswirkungen der Corona-Krise. Verschont blieb niemand und die meisten Produzenten mussten ihre Förderung reduzieren oder gar ganz einstellen. Zwar steigt die Ölnachfrage inzwischen langsam wieder, doch langfristig hat die Schieferölindustrie möglicherweise einen Tiefschlag erhalten, von dem sie sich so schnell nicht erholen wird – das lässt zumindest die sinkende Zahl an aktiven Bohranlagen vermuten.

     

    Schieferöl erfordert Investitionskosten

    Um Schieferöl zu fördern müssen zunächst dort Löcher gebohrt werden, wo besonders ölreiches Gestein vermutet wird. In den USA, dem Land mit den weltweit größten Schieferölvorkommen, ist dies vor allem im sogenannten Permian-Becken in Texas und New Mexico der Fall. Dort wurde in den letzten Jahren immer mehr gebohrt und gefördert.

     

    Mit dem Finden eines Ölvorkommens ist es allerdings nicht getan. Das Erschließen einer Ölquelle ist zeit- und vor allem kostenaufwändig. Kosten, die die wenigsten Ölproduzenten im Moment tragen wollen. denn erst bei einem Rohölpreis, der komfortabel und dauerhaft über 30 Dollar pro Barrel liegt, lohnt sich die Investition in neue Förderanlagen. Im April kostete amerikanisches Rohöl aber oft weniger als 18 Dollar, zwischenzeitlich rutschte der Preis sogar einmal ins Minus. .

     

    Dramatischer Rückgang der aktiven Ölbohranlagen 

    In der Folge sank die Menge der aktiven Ölbohranlagen, also jene, die Ölquellen anbohren aber noch kein Öl fördern, dramatisch. Dies zeigen die Erhebungen der Erdöl-Service-Gesellschaft Baker Hughes, die wöchentlich die aktiven Anlagen zählen und bekannt geben. Für Marktbeobachter ist die Menge der aktiven Bohranlagen ein wichtiger Indikator für die Zukunft der Schieferölindustrie, eben weil es nach dem Bohren noch sechs bis neun Monate dauern kann und mit gehörigen Kosten verbunden ist, bis tatsächlich Öl fließt. Diese Investitionen macht man nur, wenn es sich auch längerfristig lohnt.

    Die Grafik zeigt, dass schon 2019 die Menge der Bohranlangen etwas rückläufig war im Vergleich zu 2018, dem bisher stärksten Jahr für die Schieferölindustrie. Doch der Einbruch Mitte März war ungleich heftiger und die Menge der aktiven Anlagen rutschte von starken 670 auf inzwischen nur noch 237 ab. So wenige, wie seit 2009 nicht mehr.

     

    In den kommenden Wochen wird der Negativtrend vermutlich weiter anhalten, denn noch ist die Corona-Krise nicht vorbei. Bis die Preise sich dauerhaft stabilisiert haben, dürfte es noch einige Zeit dauern und die Gefahr neuer Ansteckungswellen und neuer Shutdowns besteht nach wie vor. Bis Ölproduzenten wieder in die Suche und Erschließung neuer Ölquellen investieren können und wollen, dürfte es also noch eine ganze Weile dauern. Ob die einst so boomende Schieferölindustrie je wieder auf den Stand vor Corona zurückkommen wird, steht in den Sternen.

  • Nachfrage steigt – Heizöl teurer

    Dass Heizöl in diesem Frühjahr so günstig ist, hängt mit dem extremen Nachfrageeinbruch durch die Coronakrise zusammen. Weltweit sorgten Shutdowns dafür, dass der Flugverkehr fast zum Erliegen kam, Fabriken und Unternehmen ihre Produktion einstellen mussten und der Pendler- und Privatverkehr deutlich zurückging. Doch nun erwacht der Öldurst der Welt langsam wieder und die Preise könnten sich stabilisieren.

     

    Corona-Lockerungen helfen der Ölnachfrage

    Wie stark genau die Ölnachfrage mit der Coronakrise eingebrochen ist, lässt sich immer noch nicht genau beziffern. Allerdings deutet sehr viel darauf hin, dass eine Erholung begonnen hat. Die Internationale Energieagentur (IEA), eine unabhängige Kooperationsplattform unter dem Dach der OECD, sieht in den Monaten von April bis Juni eine Aufwärtstendez.

     

    Hatte die weltweite Ölnachfrage im April noch bei 25,2 Millionen Barrel täglich weniger als im Vorjahr gelegen, so waren es im Mai „nur noch“ 21,5 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht etwa 159 Litern). Für Juni geht die IEA zwar immer noch von einer geringeren Nachfrage als im Vorjahr aus, doch mit 13 Millionen Barrel weniger ist der Aufwärtstrend eindeutig.

     

    Fragiles Gleichgewicht

    Die Produktionskürzungen der OPEC+ und einiger anderer Länder, mit denen fast 10 Millionen Barrel Öl täglich vom Markt genommen werden, in Kombination mit der vorsichtig steigenden Nachfrage haben ein fragiles Gleichgewicht entstehen lassen. Dieses hatte die Hoffnung auf eine schnelle Markterholung in den letzten Wochen beflügelt und so kam es seit Anfang Mai immer wieder zu Preisrallyes.

     

    Allerdings sind die Gefahren einer neuerlichen Markterschütterung nicht verschwunden. Das Coronavirus wird erst dann keine Gefahr mehr darstellen, wenn eine wirksame Therapie oder Impfung existiert. Bis dahin kann es jederzeit zu neuen Ansteckungswellen und neuen Lockdowns kommen, die dann wiederum für starke Preisschwankungen sorgen könnten.

     

    Ausblick

    Im Vergleich zu Freitag sind die Ölbörsen wieder leicht angestiegen, so dass am Morgen mit Preisaufschlägen für Heizöl gerechnet werden muss. Für 100 Liter zahlen Verbraucher demnach heute +0,85 bis +1,10 Euro mehr als Freitagmorgen.

     

     

  • Was passiert mit meiner Ölheizung?

    Das Klimapaket der Bundesregierung wurde Ende 2019 verabschiedet. Der Zweck dahinter ist einfach: Umweltschutz und Klimaschonung. Doch was bedeutet das für den Endverbraucher? Wird man jetzt verpflichtet die Ölheizung im Keller auszutauschen? Welche Möglichkeiten und Anforderungen werden an eine neue Ölheizung gestellt?

     

    Werde ich zum Austausch meiner Heizung verpflichtet?

    Nein. Eine prinzipielle Austauschpflicht für Ölheizungen besteht nicht. Allerdings müssen hier ein paar Kleinigkeiten beachtet werden. Betroffen sind Heizungen die über 30 Jahre alt sind. Ölheizungen in Ein- und Zweifamilienhäuser sind ebenfalls ausgenommen, sofern der Besitzer des Hauses mindestens seit dem 1. Februar 2002 das Haus selbst bewohnt. Ebenfalls ausgenommen sind Brennwert- und Niedertemperaturgeräte.

     

    Darf ich eine neue Ölheizung in meinem Haus einbauen?

    Ja. Öl-Brennwertgeräte dürfen angeschafft und auch weiterhin betrieben werden. Diese bringen auch einige Vorteile mit sich. Unter anderem effizienteres Heizen, das mehr aus dem Öl rausholt und gleichzeitig umweltschonender ist. Erst ab 2026 dürfen nur noch sogenannte Hybridheizungen verbaut werden.

     

    Neues Haus, alte Ölheizung. Was nun? Muss ich meine komplette Heizung ersetzen?

    Auch hier, nein. Selbst wenn die Heizung etwas älter und kein Brennwert- oder Niedertemperaturgerät ist, bedeutet dies nicht, dass die Heizung getauscht werden muss. Es besteht die Möglichkeit, eine Hybridlösung einzurichten. Dabei ist Heizöl nicht der einzige Energieträger der Heizung sondern auch erneuerbare Energien fließen mit ein (beispielsweise Solarthermie oder Wärmepumpe).

     

    Darf ich in meinem Neubau eine Ölheizung installieren?

    Ja, solange es sich um einen der besagten Brennwertkessel oder Niedertemperaturgeräte handelt. Erst ab 2026 dürfen keine neuen Geräte verbaut werden, die auf Heizöl als einzigen Energieträger zurückgreifen. Dann sind allerdings Hybridheizungen immer noch eine Möglichkeit, fossile Brennstoffe zu verwerten.

     

    Rentiert sich der Neukauf einer Ölheizung?

    Das kommt auf die jeweilige Situation an. Allerdings lohnt es sich durchaus, „Auslaufmodelle“ zu modernisieren – mit teilweise sehr interessanten Fördermöglichkeiten, bei denen bis zu 45% der Kosten übernommen werden.

     

    Welche Vorteile habe ich bei einer neuen Ölheizung?

    Es gibt zahlreiche gute Argumente für eine Ölheizung. Sie greifen auf eine äußerst effiziente, ausgefeilte und robuste Heiztechnik zurück. Durch den flexiblen Einkauf von Heizöl sind sie nicht von Strom, Sonne oder Wind abhängig. Sie selbst können entscheiden, wann und wie viel Energiebedarf Sie haben und können durch gute Einkäufe erheblich an Heizkosten sparen.

  • Rohölbestände in den USA bauen ab

    Seit mehreren Wochen haben sich die Meldungen überschlagen. Die Lagerbestände der amerikanischen Rohölreserve haben sich kontinuierlich und mit großen Schritten in Richtung Kapazitätsgrenze bewegt. Doch nun ist wieder ein wenig Entspannung in Sicht. Das amerikanische Energieministerium (DOE) hat in Rohöl bedeutende abbauten vermeldet. Bei den Mitteldestillaten (Heizöl und Diesel) sowie Benzin sind die Vorräte allerdings gestiegen – sogar stärker als erwartet.

     

    Rohölbestände mit Abbauten

    Früheren Prognosen zufolge hätte das amerikanische Zentrallager in Cushing, Oklahoma bei gleichbleibenden Bestandszunahmen seine Kapazitätsgrenze Anfang-Mitte Mai erreicht. Doch die Kombination aus reduzierter Förderung von Rohöl und der Lockerung von Wirtschaftsbeschränkungen zeigt Wirkung.

     

    Analysten erwarteten einen leichten Aufbau der Bestände. Doch es wurden tatsächlich knapp 5 Millionen Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) aus den Speichern gezogen. Vor allem die stärkere Aktivität der Raffinerien, das das Öl verarbeiten und zu Produkte bzw. Treibstoffe umwandeln, hat hier einen starken Beitrag geleistet.

     

    Heizöl, Diesel und Benzin mit stärkeren Aufbauten

    Die Meldung, dass die Lagerbestände für Mitteldestillate (Heizöl, Diesel) und Benzin sogar stärker als erwartet zugenommen haben, dürfte die Stimmung an den Börsen aber letztlich dämpfen. Denn dazu gesellt sich auch noch ein unerwarteter Rückgang bei der Benzinnachfrage. Dies lässt leise Zweifel aufkeimen, ob die Erholung der Wirtschaft und Ölnachfrage tatsächlich so schnell von Statten geht, wie zuvor erhofft.

    Allgemein herrscht vorsichtiger Optimismus an den Ölbörsen. Unvorhesehbare Neuausbrüche von Coronainfektionen könnten den Fortschritt der letzten Wochen jedoch genau so schnell wieder zu Nichte machen, wie er entstanden ist.

     

    Ausblick

    Nachdem die Ölpreise von den Ereignissen am Mittwoch zunächst unbeeindruckt und am gestrigen Feiertag relativ fest blieben, geben Märkte kurz vor dem Wochenende nun deutlich nach. Das dürfte sich auch auf die Inlandspreise auswirken, sodass erste Indikatoren auf Preisvorteile von -0,70 bis -0,90 Euro/100l (inkl. MwSt.) hindeuten.

  • Kraftstoffpreise ziehen weiter an – Zunehmender Straßenverkehr erhöht die Sprit-Nachfrage

    München (ots) – Nachdem die Kraftstoffpreise an den Tankstellen seit Mitte Februar im Bundesmittel elf Wochen in Folge gesunken waren, müssen Autofahrer nun bereits die zweite Woche nacheinander mehr bezahlen. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,177 Euro, das sind 1,1 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich um 0,3 Cent auf durchschnittlich 1,052 Euro je Liter. Damit vergrößerte sich die Differenz zwischen beiden Sorten auf 12,5 Cent.

     

    Gründe für die wieder anziehenden Preise sind der angesichts der Corona-Lockerungen zunehmende Straßenverkehr, der die Kraftstoff-Nachfrage anfacht, vor allem aber die Stabilisierung am Rohölmarkt. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell rund 34 Dollar, das sind vier Dollar mehr als in der Vorwoche. In den ersten vier Monaten des Jahres waren die Notierungen von rund 70 auf zeitweise 20 Dollar abgestürzt. Rohöl hatte somit rund 70 Prozent an Wert verloren.

     

    Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

     

    Pressekontakt:

    ADAC Kommunikation
    T +49 89 76 76 54 95
    aktuell@adac.de

     

    Quelle: www.presseportal.de