HeizölNews – Futures-Services

  • Heizöl wird knapp – Rheinpegel so niedrig wie nie

    Die Preise für Heizöl sind im Moment ziemlich außer Kontrolle geraten. Durch die Trockenheit der vergangenen Monate ist der Wasserstand auf dem Rhein so niedrig wie nie und Transportschiffe kommen kaum mehr durch. Inzwischen geht vor allem im Süden und Südwesten Deutschlands die Ware aus, so dass Heizöl, wenn überhaupt, nur mit saftigen Aufschlägen angeboten wird. Da hilft es auch nichts, dass die börsengehandelten Rohölpreise eigentlich in dieser Woche viele Impulse nach unten bekommen haben.

     

    Schiffsverkehr auf dem Rhein kaum mehr möglich

    Diese Woche haben die Pegelstände auf dem Rhein neue Rekordtiefs erreicht. Durch die lange Trockenheit, die immer noch anhält, führen die Flüsse so wenig Wasser wie lange nicht mehr. Zuletzt wurden ähnliche Niedrigstände im Rekordsommer von 2003 gemessen, jedoch gehen Experten davon aus, dass diese Werte nun bald unterschritten werden.

     

    Die Fahrrinne im Rhein wird immer enger und Transportschiffe können teilweise nur noch mit 16 Prozent der üblichen Ladung fahren. Somit steigen auch die Frachtkosten ins unermessliche. Wenn man die Schiffe nur noch mit einem Bruchteil beladen kann, steigen die Kosten pro Tonne. Die Frachten haben inzwischen mit 88 Euro pro Tonne ein neues Allzeithoch erreicht.

     

     

     

     

     

    Warenknappheit bei Heizöl

    Durch diese prekäre Situation gibt es immer weniger Ware zu verkaufen. Die begrenzten Mengen werden dazu verwendet, öffentliche Verkehrsbetriebe wie zum Beispiel Flughäfen und Tankstellen zu versorgen. Für Endverbraucher bleibt da manchmal schlicht nichts übrig.

     

    Händler aus den betroffenen Regionen versuchen, andere Versorgungsquellen zu nutzen und fahren teilweise bis in den Norden Deutschlands, um dort Ware zu kaufen. Das ist teuer und logistisch eine große Herausforderung. Somit müssen sich Endverbraucher im Moment nicht nur auf teure Preise sondern auch auf lange Lieferzeiten einstellen.

     

    OPEC rechnet mit sinkenden Rohölpreisen

    Auf globaler Ebene bemüht man sich, die Marktteilnehmer zu beruhigen. Die Erwartung weiter sinkender Exportzahlen aus dem Iran wirkt sich schon seit Wochen auf die Stimmung aus und treibt die Preise tendenziell nach oben.

     

    Die Analysten der OPEC gehen nun aber davon aus, dass durch saisonale Wartungsarbeiten an den Raffinerien und die damit verbundene geringere Auslastung die Rohölbestände weltweit steigen könnten. Dies würde die Preise unter Druck bringen.

     

    Prognosen sind jedoch schwer zu treffen, da die Sanktionen gegen den Iran erst Anfang November voll in Kraft treten werden. Erst ab dann können verbindliche Aussagen darüber gemacht werden, wie stark die Exportrückgänge sein werden und wie sie sich auf die Ölpreise auswirken werden.

  • Ölpreise nach neuen US Bestandsdaten gesunken – Niedrige Pegelstände verteuern Heizöl im Inland

    Jeden Mittwoch veröffentlicht das Amerikanische Energieministerium DOE die US Ölbestände, Import- und Exportzahlen sowie Statistiken zur Raffinerieauslastung. Diese Daten haben durchaus Signifikanz für die Ölpreise, denn Marktteilnehmer nutzen sie als Indikatoren für Kaufentscheidungen. Gestern barg der Bericht des DOE eine ziemliche Überraschung, denn entgegen der Erwartungen sind vor allem die US Rohölbestände stark angestiegen. Vor allem an der New Yorker Börse sackten die Ölpreise daraufhin stark ab. Im Süden und Südwesten Deutschlands setzt sich der preissenkende Effekt aber kaum durch. Wegen der extrem niedrigen Pegelstände wird die Versorgungslage immer prekärer, so dass hier die Preise für Heizöl signifikant ansteigen.

     

    Bestandsdaten sorgen für Preissturz bei amerikanischer Referenzsorte WTI

    Nachdem das American Petroleum Institute API am Dienstag noch wider aller Erwartungen von Bestandsabbauten ausgegangen war, meldete das amerikanische Energieministerium DOE gestern deutliche Aufbauten. Mit +6,5 Millionen Barrel (knapp 1,1 Mrd. Liter) wurden sogar die Prognosen von Montag, die bei +1,5 Millionen Barrel, also etwa 238,5 Millionen Liter lagen, klar übertroffen.

     

    Diese starke Zunahme ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Raffinerieauslastung laut Bericht unverändert blieb und außerdem mit Hurrikan Michael in der letzten Woche zahlreiche Förderanlagen zeitweilig außer Betrieb waren. Beides spräche eigentlich für Abbauten bei Rohöl.

     

    Somit sind die Zahlen des DOE-Berichtes eindeutig preissenkend zu sehen, denn sie deuten auf eine sehr gute Versorgungslage in den Vereinigten Staaten hin. Damit hatten die Daten auch einen stark belastenden Effekt auf die Kurse der New Yorker Ölbörse NYMEX.

     

    Am europäischen Handelsplatz in London reagierten die Marktteilnehmer spürbar verhaltener. Hier überwiegt immer noch eher die Sorgen um rückläufige Exportzahlen aus dem Iran, die den Markt in Europa und Asien treffen, aber nicht die USA, die ohnehin kein iranisches Öl importieren.

     

    Nach wie vor gibt es wenige eindeutige Richtungsmarker an den weltweiten Ölbörsen. Im Wechselspiel zwischen Versorgungsengpässen durch Sanktionen, Produktionssteigerungen der OPEC+ Länder und der grundsätzlichen Sorge um ein rückläufiges Wirtschaftswachstum, bleiben die Preise weiterhin volatil.

     

    Saudi-Arabien baut Exportkapazität aus

    Die staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco hat ein großes neues Tanklager an der Westküste des Wüstenstaates fertiggestellt. Am Hafen Yanbu nahe Medina können nun zusätzlich 3 Millionen Barrel täglich exportiert werden (etwa 477 Millionen Liter).

     

    Mit dem neuen Tanklager und Verladeterminal an der Westküste kürzt Saudi-Arabien den Transportweg in Richtung Europa und USA enorm ab und umgeht außerdem die Straße von Hormuz am Persischen Golf. Durch diese Engstelle vor der Küste des Iran müssen täglich bis zu 17 Millionen Barrel Öl passieren.

     

    Laut Khalid al-Falih, dem saudischen Ölminister, soll hier noch nicht Schluss sein. Die Saudi Aramco plant, noch ein weiteres Terminal am Roten Meer im Westen des Landes zu erneuern. Laut al-Falih fördere man momentan etwa 10,7 Millionen Barrel, könne die Exportkapazität dann aber sogar auf 15 Millionen Barrel anheben (ein Barrel entspricht in etwa 159 Liter).

     

    Ausblick

    Nach der Abwärtsbewegung an den Börsen wäre heute nun eigentlich mit Preisnachlässen für Heizöl zu rechen. Die Situation vor Allem im Süden und Südwesten Deutschlands wird jedoch immer prekärer. Die Wasserstände im Rhein nähern sich einem neuen Rekord-Tiefstand, so dass der Schiffsverkehr inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen ist. Die damit einhergehende angespannte Versorgungslage sorgt vielerorts für deutliche Preisanstiege und für enorme Preisunterschiede innerhalb des Landes.

  • US Rohölbestände gesunken – neuerlicher Preisanstieg

    Die gestern veröffentlichten Daten zu den US Ölbeständen boten eine Überraschung, denn die Rohölmenge ist in der Berichtswoche laut des American Petroleum Institute wider erwarten gesunken. Sofort reagierten die börsengehandelten Rohölpreise und gingen deutlich in die Höhe. Heute nachmittag werden noch die Daten des Amerikanischen Energieministeriums DOE veröffentlicht, die oft noch aussagekräftiger sind, da sie mehr Informationen berücksichtigen. Sollten sie sich dem API anschließen, dürften die Preise wohl noch weiter ansteigen.

     

    US Ölbestandsdaten erschienen

    Am Dienstag veröffentlichte das American Petroleum Institute API wie jede Woche Daten zu Rohöl- und Ölproduktmengen in den Vereinigten Staaten. Diese haben oft eine direkte Auswirkung auf die Ölpreise, da die Marktteilnehmer sie als Indikatoren für Kaufentscheidungen nutzen. Bei gesunkenen Beständen gehen die Preise oft in die Höhe.

     

    So geschehen am gestrigen Dienstag, denn erwartet hatte man eigentlich Rohölaufbauten. Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit werden nämlich viele Raffinerien gewartet und können nur einen Teil der Produktion erfüllen. Somit werden dadurch eigentlich Aufbauten bei Rohöl begünstigt.

     

    Anders diese Woche, in der das API einen Abbau bei Rohöl von -2,1 Millionen Barrel verzeichnet (die Fassgröße Barrel entspricht etwa 159 Liter) Grund für diesen Rückgang könnte allerdings auch der Hurrikan Michael sein, der in der letzten Woche über dem Golf von Mexiko gewütet hatte und die Ölförderung zeitweilig behindert hatte.

     

    Heute folgt am späteren Nachmittag der Bericht des Amerikanischen Energieministeriums, der von den Marktteilnehmern gespannt erwartet wird. Sollte auch hier der Tenor ein Bestandsabbau sein, würden die Preise sicherlich weiter ansteigen.

     

    Indien rechnet mit Sonderregelung für iranische Ölimporte

    Die Mangalore Refinery and Petrochemicals, eine Tochter der staatlichen India Oil and Natural Gas Corporation (ONGC), geht davon aus, dass man von den USA noch in diesem Monat die Bestätigung für eine Ausnahmeregelung bezüglich der Sanktionen gegen den Iran erhalten werde. Indien ist einer der Hauptabnehmer für iranisches Öl.

     

    Viele indische Raffinerien sind auf die Qualität des iranischen Öls eingestellt. Eine Umstellung wäre teuer und aufwändig, so dass eine schnelle Lösung durchaus im Interesse des Landes ist, nicht zuletzt weil ein großer Teil des indischen Rohölbedarfs mit Importen aus dem Iran abgedeckt wird.

     

    In zwei Wochen treten die Sanktionen gegen den Iran vollständig in Kraft. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Exporte damit weiter zurückgehen werden und somit die Preise nochmal ansteigen werden. Erst wenn die Sanktionen wirklich greifen, wird sich zeigen, ob die Produktionssteigerungen anderer ölproduzierender Länder die Exportrückgänge auffangen können und welche Länder Ausnahmeregelungen für Importe bekommen werden.

     

    Fall Khashoggi nach wie vor ungelöst

    Der diplomatische Konflikt zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und den USA scheint erst einmal nicht weiter zu eskalieren. Medienberichten zufolge könnte Saudi-Arabien einen Bericht veröffentlichen, wonach Agenten auf eigene Faust versucht hätten, Khashoggi zu entführen, und ihn bei einem aus dem Ruder gelaufenen Verhör getötet hätten.

     

    Der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi hatte am 2. Oktober die saudische Botschaft in Istanbul betreten und war seitdem verschwunden. Türkischen Medien zufolge wurde der Journalist von der Saudischen Regierung ermordet und seine Leiche weggeschafft. Riad und das Königshaus weisen die Verantwortung jedoch von sich.

     

    Die USA bemühen sich derweil um offensive Krisendiplomatie. Außenminister Mike Pompeo war gestern in Riad eingetroffen und lobte die Ermittlungen der saudischen Regierung ausdrücklich. Heute wird er in die Türkei weiterreisen.

     

    Die Befürchtung, dass Saudi-Arabien unter dem Druck der Schuldzuweisungen seine stärkste Waffe Öl einsetzen könnte hat sich bisher nicht bewahrheitet und scheint auch eher unwahrscheinlich. Riad wäre damit weltpolitisch isoliert und würde sich mit höheren Ölpreisen letztlich selbst schaden. Dennoch ist die Causa Khashoggi und der diplomatische Eiertanz zwischen den USA und Saudi-Arabien noch nicht ausgestanden.

     

    Ausblick

    Mit den gestiegenen Rohölpreisen sind auch die Preise für Heizöl heute höher als gestern. Verbraucher zahlen für 100 Liter voraussichtlich etwa +0,60 bis +0,90 Euro mehr als am Dienstag.

  • Saudi-Arabien doch verantwortlich für ermordeten Journalisten? – Ölpreise bleiben in Bewegung

    Der Fall des verschwundenen und mutmaßlich ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat die Weltgemeinschaft aufgewühlt. Seit dieser Woche wirkt sich der mysteriöse Fall auch auf die börsengehandelten Rohölpreise aus, denn ein diplomatischer Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der westlichen Welt birgt immer die Gefahr, dass das Königreich sein Öl als Waffe einsetzen könnte. Dementsprechend kletterten die Preise gestern morgen zunächst etwas in die Höhe. Die Marktteilnehmer scheinen aber daran zu zweifeln, dass es tatsächlich zu dieser Art von Eskalation kommt, denn schon am Nachmittag drehte sich der Wind und die Preise gingen klar nach unten.

     

    Fall Khashoggi: Gemeinsame Untersuchungskommission soll Licht ins Dunkel bringen

    Der Verdacht erhärtet sich immer mehr, dass der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul ermordet wurde. Riad hat sich nun doch bereit erklärt, mit der Türkei zusammen eine Untersuchung durchzuführen, nachdem man am Wochenende noch alle Anschuldigungen von sich gewiesen hatte.

     

    Nun heißt es in einem Vorabbericht, dass der Journalist wohl bei einem „schiefgelaufenen Verhör“ versehentlich ums Leben kam und der Einsatz nicht genehmigt gewesen sei. So fadenscheinig diese Begründung ist, bleibt sie doch die einzige Möglichkeit für Saudi-Arabien, sein Gesicht zu wahren und gleichzeitig eine Eskalation mit der Türkei und anderen Ländern zu vermeiden.

     

    Saudi-Arabien könnte Öl als Druckmittel nutzen 

    Marktteilnehmer hatten gestern noch befürchtet, dass Saudi-Arabien sein Öl als politische Waffe einsetzen könnte. Dies war zuletzt in den 70er Jahren geschehen, als das arabische Embargo die Ölkrise von 1973/74 auslöste. Doch eine Kürzung der Ölexporte durch Saudi-Arabien ist eher unwahrscheinlich. Das Land würde sich damit nur ins eigene Fleisch schneiden, da man das Nachfragewachstum reduziert und den Wandel weg vom Öl beschleunigen würde.

     

    Dementsprechend sind die börsengehandelten Rohölpreise nach einem kurzen Anstieg am Montag morgen schon am Mittag wieder gefallen. Dennoch könnte die Causa Khashoggi die Ölpreise weiter gehörig durcheinanderwirbeln. Immerhin reicht oft schon eine Drohung alleine aus, um die Marktteilnehmer zu verunsichern. Es heißt hier also erst einmal abwarten, wie sich die Nachrichtenlage in den nächsten Tagen entwickelt.

     

    Ausblick

    Die Ausgangslage an den Ölbörsen bleibt beweglich, so lange kein offizielles Statement der saudi-arabischen Regierung veröffentlicht wurde. Somit ist auch bei den Inlandspreisen eine Vorhersage schwierig zu treffen. Der recht starke Euro macht Heizöl tendenziell günstiger im Euroraum. Es könnten heute also durchaus Abschläge im Vergleich zu gestern drin sein.

  • Diplomatische Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien

    Seit Monaten schon steigt der Ölpreis stetig an. Die Sanktionen gegen den Iran, welche die USA nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen erhoben haben, sind dabei nur einer der Faktoren, der die Preise immer weiter in die Höhe getrieben hat. In der vergangenen Woche nun hat sich das Blatt leicht gewendet. Nach den Monatsberichten der OPEC und der Internationale Energieagentur gaben die Preise nach, da beide Berichte das Nachfragewachstum für die kommenden Monate nach unten korrigierten und die Versorgungslage nicht so knapp sahen wie befürchtet.  Zum Wochenauftakt könnte dies aber schon wieder Geschichte sein, denn zwischen den USA und Saudi-Arabien steigen die diplomatischen Spannungen

     

    Verschwundener Journalist sorgt für Spannungen zwischen USA und Saudi-Arabien

    Der Fall des Anfang Oktober verschwundenen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi zieht immer weitere Kreise. Am 2. Oktober hatte Khashoggi das saudische Konsulat in Istanbul betreten. Seither fehlt von dem Regierungskritiker jede Spur. Ermittler gehen davon aus dass der 59jährige im Konsulat ermordet wurde. Riad bestreitet dies, ist bisher aber den Beweis dafür schuldig geblieben, dass der Journalist das Gebäude lebend verließ.

     

    Khashoggi hatte unter anderem für die amerikanische Zeitung „Washington Post“ geschrieben. Nun hat sich am Wochenende Donald Trump zu den Vorkommnissen geäußert. Er hält es für wahrscheinlich, dass Khashoggi nicht mehr am Leben sei und warnte Riad, man werde der Sache auf den Grund gehen. Er kündigte eine schwere Strafe an, sollte sich herausstellen, dass Saudi-Arabien tatsächlich hinter dem Verschwinden des Regimekritikers steckt.

     

    Riad dementierte von Beginn an eine Beteiligung an Khashoggis Verschwinden und wies alle Vorwürfe, die vor Allem von türkischer Seite erhoben worden waren, als Lügen zurück. Auch auf Donald Trumps Drohung reagierte man empört und gab am Wochenende bekannt, dass jede Handlung gegen Saudi-Arabien mit einer noch größeren Handlung beantwortet werden würde.

     

    Die USA und Saudi-Arabien gelten eigentlich gemeinhin als Verbündete. Doch nun könnte ein Riss durch die diplomatischen Beziehungen der Länder gehen. Sollte es Belege für die Ermordung Khashoggis geben, so würde es das Verhältnis der saudischen Führung zur westlichen Welt nachhaltig belasten. Gegenseitige Sanktionen könnten dann die Folge sein, was auch die Ölversorgung treffen könnte.

     

    Ausblick

    Zwar starten die börsengehandelten Rohölpreise am heutigen Montag etwas höher als vergangenen Woche, doch ein steigender Euro/Dollar-Kurs wirkt sich im europäischen Raum preissenkend aus. Die Preise für Heizöl dürften sich also heute kaum verändern im Vergleich zu Freitag.

  • Ölnachfrage wird laut OPEC abnehmen – US Bestände gestiegen

    Die börsengehandelten Rohölpreise sind nach dem stetigen Anstieg der letzten Wochen wieder etwas von den Rekordhochs zurückgekommen. Gestern sorgten vor Allem die Zahlen des amerikanischen Energieministeriums DOE für klare Impulse nach unten, da starke Aufbauten gemeldet wurden, die für Marktteilnehmer immer als Signal für sinkende Preise interpretiert werden. Auswirkungen hatte auch der OPEC Monatsbericht, welcher gestern erschien und das Ölnachfragewachstum etwas nach unten korrigiert hat. Somit liefert auch dieser Bericht Impulse nach unten.

     

    US Bestandsveränderungen

    Wie schon das American Petroleum Institute am Mittwoch, meldete auch das Amerikanische Energieministerium DOE gestern, dass die Rohölbestände mit +6 Millionen Barrel stark zugenommen haben (ein Barrel entspricht in etwa 159 Liter). Ebenso bei Benzin sind die Bestände um 1 Millionen Barrel gestiegen.

     

    Nicht unerwartet kommt die um 1,6 Prozent gesunkene Raffinerieauslastung, die zu dieser Jahreszeit normal ist. Die nachfrageschwache Zwischenjahreszeit wird häufig für Wartungsarbeiten genutzt, für die Teile der Produktion abgeschaltet werden müssen. Gleichzeitig begünstigt dies auch Aufbauten bei Rohöl.

     

    Insgesamt sind die Bestände in den USA um 10 Millionen Barrel gestiegen. Zusammen mit einer gesunkenen Nachfrage und einer gestiegenen Rohölförderung interpretieren die Marktteilnehmer den Bericht klar preissenkend. Wie nachhaltig dieser Impuls nach unten jedoch ist, wird die nächste Woche zeigen. Mittel- und langfristig spielen noch zahlreiche andere Wirkungseinflüsse eine Rolle.

     

    Monatsbericht der OPEC: Ölnachfragewachstum wird sinken

    Nachdem bereits das US Energieministerium Anfang der Woche die Ölnachfrage nach unten korrigiert hatte, folgte gestern auch die OPEC dieser Richtung in ihrem Monatsbericht. Im Vergleich zur letzten Schätzung geht das Kartell für 2018 nun von einer um 80.000 Barrel gesenkten Nachfrage aus und sieht auch im kommenden Jahr den Ölbedarf um 50.000 Barrel niedriger. Der Rückgang war hauptsächlich das Ergebnis eines sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums in Europa und Asien sowie von Schwellen- und Entwicklungsländern, die derzeit mit schwachen Währungen zu kämpfen haben.

     

    Auch sieht das Kartell die Versorgungslage für 2019 nicht mehr ganz so kritisch wie zuletzt. Gemäß der neuen Zahlen konnte der Ausfall der iranischen Ölförderung durch die US Sanktionen von der OPEC und Russland vollständig aufgefangen und sogar übertroffen werden. Damit könnte es laut OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo sogar soweit kommen, dass nächstes Jahr die Ölbestände wieder steigen könnten.

     

    Der Monatsbericht der OPEC hat an den Ölbörsen eine Kurskorrektur eingeleitet. Das Signal an die Marktteilnehmer ist klar: die Furcht vor einer unendlich knapper werdenden Versorgungslage ist unbegründet. Heute erscheint im Laufe des Tages der Monatsbericht des Amerikanischen Energieministeriums. Sollte auch hier von einem sinkenden Ölnachfragewachstum ausgegangen werden, dürfte das die Preissenkungen der letzten Tage noch unterstützen.

     

    Ausblick

    Auch heute können Verbraucher wieder mit Abschlägen bei Heizöl rechnen. Für 100 Liter zahlen Verbraucher voraussichtlich etwa -0,50 bis -0,65 Euro weniger als gestern.

     

  • Nach Hurrikan und US Bestandsdaten sinken die Preise

    Hurrikan Michael gilt schon jetzt als einer der verheerendsten Stürme, die der Süden der USA je erlebt hat. Dabei ist das volle Ausmaß der Zerstörung noch gar nicht abzusehen. Für die Ölindustrie ist er Sturm diesmal jedoch recht glimpflich ausgegangen, da kaum Beschädigungen an Ölbohranlagen zu verzeichnen waren. Gemeinsam mit den Daten des American Petroleum Institute API zu den US Ölbeständen, die fast ausschließlich starke Aufbauten vermelden, sorgen diese Nachrichten heute für fallende Preise.

     

    Hurrikan Michael hat Ölindustrie weitestgehend verschont

    Gestern traf Hurrikan Michael im Nordwesten Floridas auf Land und hat für schwere Überschwemmungen und Sturmschäden gesorgt. Der Hurrikan verliert über Land nun glücklicherweise schnell an Intensität und ist inzwischen von Stärke vier auf Stärke eins herabgestuft worden.

     

    Viele Ölplattformen waren im Vorfeld aus Sicherheitsgründen evakuiert worden, größere Zerstörungen hat Michael jedoch zumindest hier nicht verursacht. Damit kann die Ölproduktion schnell wieder aufgenommen und der Produktionsausfall der letzten Tage kompensiert werden. Die Preise kommen somit von den Vortageshochs etwas zurück.

     

    API meldet starke Aufbauten

    Mit Beginn der kalten Jahreszeit führen die Raffinerien in den USA in der Regel Wartungsarbeiten durch. Somit verbrauchen sie weniger Rohöl, was Aufbauten in dieser Kategorie erklärt. Mit +9,7 Millionen Barrel sind die vom American Petroleum Institute API gemeldeten Aufbauten jedoch enorm hoch.

     

    Aufbauten in unerwartet hohem Maße gibt es auch bei Benzin, mit +3,4 Millionen Barrel (540,6 Millionen Liter). Einzig bei Heizöl und Diesel meldet das API Abbauten von -3,5 Millionen Barrel (556,5 Millionen Liter), eine Tatsache die den kälter werdenden Temperaturen zuzuschreiben ist.

     

    Für die Marktteilnehmer liefert der wöchentliche Bericht des API einen klaren Impuls. Aufbauten dieser Größenordnung sprechen für eine besonders gute Versorgungslage, die die Preise drückt. Somit reagieren die börsengehandelten Rohölpreise heute auch mit einer deutlichen Abwärtsbewegung.

     

    Ausblick

    Wie es weitergeht mit den Preisen wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Heute lohnt es sich allerdings, Heizöl zu bestellen, denn es sind deutliche Abschläge im Vergleich zu gestern drin. 100 Liter kosten voraussichtlich etwa -1,40 bis -1,60 Euro weniger.

  • Mehr Ausfälle im Golf von Mexiko durch Hurrikan Michael

    Alle Augen richten sich im Moment auf den Hurrikan, welcher in den letzten Tagen durch den Golf von Mexiko Richtung amerikanisches Festland gezogen ist. Er wird wohl heute in Florida auf Land treffen und könnte bis dahin sogar noch an Stärke zulegen. Immer mehr Ölplattformen werden sicherheitshalber evakuiert. In der momentanen Stimmungslage, die von der Sorge um Angebotsknappheit durch die Iran-Sanktionen geprägt ist, helfen diese temporären Ausfälle durch den Hurrikan natürlich nicht, die Preise zu drücken. Noch diese Woche erwarten die Marktteilnehmer aber auch die Monatsberichte der OPEC, des US Energieministeriums und der Internationalen Energieagentur IEA. Eventuell können diese mittelfristig neue Impulse liefern.

     

    Hurrikan Michael wir immer gefährlicher

    Wie erwartet nimmt Hurrikan Michael Kurs auf die Nordwestküste Floridas und wird dort wahrscheinlich heute Abend auf Festland treffen. Vorsorglich wurde in mehreren Regionen Floridas der Notstand ausgerufen, da mit meterhohen Sturmfluten und starken Regenfällen zu rechnen ist. Die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten wurde aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

     

    Wie auch schon Hurrikan Florence letzten Monat oder Hurrikan Harvey im vergangenen Jahr wirkt sich Michael auch auf die Ölproduktion im Golf von Mexiko aus. Von den 687 Ölplattformen dort wurden inzwischen 75 Anlagen aus Sicherheitsgründen evakuiert. Der Sturm zieht zwar durch den östlichen Golf und verfehlt damit die meisten Anlagen, die schlechten Wetterbedingungen und der schwere Seegang erreichen allerdings auch solche Regionen, die nicht direkt betroffen sind.

     

    Laut des „Bureau of Safety and Environmental Enforcement“, einem Zweig des US Innenministeriums, sind im Augenblick etwa 40% der Offshore Ölproduktion im Golf von Mexiko abgeschaltet. In konkreten Zahlen heißt das, es fehlen im Moment 671.000 Barrel Rohöl täglich, also etwa 106,6 Millionen Liter. Da der Sturm sich jedoch schnell bewegt, kann man davon ausgehen, dass schon in wenigen Tagen die Produktion wieder aufgenommen werden kann.

     

    Erste Ausnahmeregelungen bei Iran-Sanktionen

    Die US Regierung hat den britischen Energieunternehmen BP und Serica Energy eine Lizenz erteilt, mit der sie ein Gasfeld in der Nordsee weiter betreiben können. Der Iran hält ebenfalls Anteile an diesem Gasfeld, darf aber gemäß der Lizenz keinen Profite aus dem Betrieb des Feldes schlagen. Diese müssen für die Dauer der Lizenz treuhänderisch verwaltet werden.

     

    Die Vergabe dieser Ausnahmeregelung könnte als Signal gesehen werden, dass nun auch weitere Genehmigungen erteilt werden. Vor allem Indien hofft offenbar auf eine Lizenz, weiterhin Rohöl aus dem Iran beziehen zu dürfen, nachdem das Land die Ölimporte zu November um etwa 48% gekürzt hat.

     

    Ob diese Sonderregeln jedoch reichen werden, den starken Exportrückgang im Iran aufzufangen, ist fraglich. Die allgemeine Erwartung am Markt scheint zu sein, dass die Preise zunächst weiter steigen werden.

     

    Ausblick

    Dank eines starken Euro/Dollar-Kurses sind heute im Inland nur leichte Preisaufschläge zu erwarten. Für 100 Liter Heizöl zahlen Verbraucher etwa +0,10 bis +0,50 Euro mehr als gestern.

  • Hurrikan Michael legt Teile der Ölförderung lahm – Preise steigen wieder

    Nachdem die börsengehandelten Rohölpreise am Freitag ihre Richtung änderten und zur Abwechslung mal nach unten gingen, sind sie seit gestern Abend schon wieder auf dem Weg nach oben. Und das, obwohl es durchaus Nachrichten gibt, die für sinkende Preise sprechen. So scheint es, als lenke Amerika ein im Plan, die Exporte des Iran im November auf Null zu drücken. Gespräche über Sonderregelungen sind im Gange, die zum Bespiel für Länder wie Indien gelten könnten. Außerdem wirkt Saudi-Arabiens Bereitschaft, mehr Öl auf den Markt zu bringen, der Versorgungsknappheit entgegen. Dennoch steigen die Preise heute wieder an, was vor Allem mit Hurrikan Michael zu tun hat, der einen Teil der Ölförderung im Golf von Mexiko vorübergehend lahmlegt.

     

    Exportsituation im Iran bleibt problematisch

    Neuesten Berichten zufolge sind die Exportzahlen des Iran weiter dramatisch gesunken. Vor dem Beginn der Sanktionen im Frühjahr exportierte der Iran noch etwa 2,5 Millionen Barrel (397,5 Millionen Liter). Neue Zahlen deuten darauf hin, dass es nun nur noch 1,1 Millionen Barrel (174,9 Millionen Liter) oder sogar weniger sind.

     

    Der starke Rückgang der Exporte kam für die meisten Experten unerwartet. Und da die Sanktionen im November intensiviert werden, ist davon auszugehen, dass das Ende der Fahnenstange noch gar nicht erreicht ist und die Mengen noch weiter schrumpfen dürften.

     

    Der ursprüngliche Plan der US Regierung war gewesen, die Exporte komplett zum Erliegen zu bringen. Davon scheint man nun zunächst abgekommen zu sein. Aus dem Weißen Haus hört man, dass Gespräche über mögliche Ausnahmeregelungen geführt werden.

     

    Die Voraussetzung für Ausnahmeregelungen ist allerdings eine deutliche Reduktion der bisherigen Einfuhren aus dem Iran. Damit könnte Indien ein Kandidat für diese Sonderregelung werden, denn man hat die Importe massiv zurückgeschraubt. Ganz auf iranisches Öl kann und will man aber wohl doch nicht verzichten.

     

    Hurrikan Michael zieht durch den Golf von Mexiko

    Die Hurrikan-Saison in der Karibik ist in vollem Gange. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht gerade der Tropensturm Michael, der inzwischen schon zu einem Hurrikan der Kategorie 1 hochgestuft wurde. Er gewinnt zügig an Intensität und könnte am Nachmittag schon Stärke 3 erreichen.

     

    Der Sturm bewegt sich Richtung Norden durch den östlichen Golf von Mexiko und wird voraussichtlich am Mittwoch die Nordwestküste Floridas erreichen. Neben der verheerenden Wirkung, die Hurrikans dieser Größenordnung für die Bevölkerung haben, sind oft auch Ölbohranlagen vor den Küsten betroffen.

     

    So wurden auch diesmal einige Offshore-Anlagen heruntergefahren und Ölplattformen evakuiert. Der Produktionsausfall liegt derzeit bei etwa 19% der Ölförderung im Golf. Damit fehlen ungefähr 324.000 Barrel (51,5 Millionen Liter).

     

    Die Reaktion der Marktteilnehmer auf einen solchen Sturm sind zunächst immer Käufe, mit denen man sich gegen Preissteigerungen absichert. Somit stützen Hurrikan-Meldungen die Preise an den Ölbörsen und sorgen auch im Augenblick für Aufwärtspotenzial.

     

    Ausblick

    Es ist schon wieder vorbei mit den günstigeren Preisen für Heizöl. 100 Liter kosten heute schon wieder deutlich mehr als gestern. Es ist mit Aufschlägen von +0,90 bis 1,10 Euro zu rechnen.

  • Kurzes Durchatmen – Preise etwas niedriger als letzte Woche

    In den letzten Wochen haben die Ölpreise kräftig zugelegt. Der größte Preistreiber sind dabei die Sanktionen der USA gegen den Iran, die ab November nochmal verschärft werden sollen. Zum Wochenbeginn heißt es nun jedoch erst mal Durchatmen, denn die börsengehandelten Rohölpreise sind im Vergleich zu Freitag etwas gefallen. Einer der Gründe dürfte die Nachricht aus Saudi-Arabien sein, dass man die Ausfälle aus dem Iran mehr als kompensiert habe und auch plane, weitere Reservekapazitäten zu aktivieren. Wie nachhaltig dieser neue Trend ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

     

    Iranisch Exportausfälle angeblich mehr als kompensiert

    Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat am Wochenende verlauten lassen, dass man alle Verluste aus den iranischen Exportrückgängen kompensiert habe. So seien diese bisher um 0,7 Millionen Barrel (etwa 111,3 Millionen Liter) gesunken, die Förderung der OPEC + sei aber im gleichen Zeitraum um 1,5 Millionen Barrel (etwa 238,5 Millionen Liter) gestiegen.

     

    Nach diesem Rechenexempel hätte man für jedes fehlende Barrel über zwei Barrel zusätzlich produziert und seine Aufgabe mehr als erfüllt, so Mohammed bin Salman. In seinen Augen kämen die hohen Preise nicht durch die Sanktionen gegen den Iran zustande sondern durch immer wieder auftretende Exportprobleme in Kanada, Mexiko, Libyen oder Venezuela.

     

    Wieviel Substanz in den Worten des saudischen Monarchen steckt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die wirkliche Höhe der Exportrückgänge wird sich erst feststellen lassen, wenn Anfang November die vollen Sanktionen greifen. Dennoch zeigen die Aussagen des Kronprinzen, dass die OPEC bereit zu sein scheint, die Fördermengen nachhaltig anzuheben.

     

     

    Indien importiert weiterhin iranisches Öl

    Die Sanktionen gegen den Iran zeigten schon im Vorfeld deutliche Wirkung. Viele Länder haben ihre Importe schon jetzt eingeschränkt oder ganz eingestellt, um ihre Handelsbeziehungen mit den USA nicht zu gefährden.

     

    Zuletzt hieß es, dass mit Indien ein Hauptabnehmer für iranisches Öl weggebrochen sei. Diese Meldung wurde nun jedoch revidiert. Aktuellen Informationen zu Folge werde man im November etwa 9 Millionen Barrel (etwa 1,4 Milliarden Liter) aus dem Iran beziehen. Im Vergleich zum bisherigen Jahresdurchschnitt ist dies eine Reduzierung von 48%.

     

    Dennoch hätte es den Iran deutlich schlimmer treffen können. Auch China und die Türkei wollen weiterhin Mengen aus dem Nahoststaat beziehen. Man hofft vermutlich auf Ausnahmeregelungen mit Amerika, die laut US Regierung gerade verhandelt werden. Gewissheit, wie stark die Exporte sinken werden, wird es jedoch erst im November geben, wenn die Sanktionen wirklich voll in Kraft treten.

     

    Ausblick

    Heute sind dank der gesunkenen Rohölpreise auch im Inland für Heizöl deutliche Abschläge drin. Im Vergleich zu Freitag zahlen Verbraucher für 100 Liter etwa -0,65 bis -0,80 Euro weniger.